Beitragsanpassung 2026
Zum 1. Januar 2026 hat die Concordia Beiträge in der Kranken- und in der Pflegepflichtversicherung angepasst. Ihr Informationsblatt nennt je Tarif und Altersgruppe den auslösenden Faktor, im Beihilfetarif BV für Erwachsene (Unisex) etwa plus 30,8 Prozent. Wie stark ein Beitrag steigt, lässt sich daraus nach Angabe der Concordia nicht ablesen.
Maßgeblich für Sie ist allein Ihr eigenes Schreiben. Durchschnittswerte sagen wenig über den einzelnen Tarif.
Tochter eines Versicherungsvereins von 1864
Die Concordia Krankenversicherungs-AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Hannover (Amtsgericht Hannover, HRB 51482) und gehört zu den Concordia Versicherungen. Ihre Anschrift ist Karl-Wiechert-Allee 55, 30625 Hannover. Alle Anteile hält laut Geschäftsbericht die Concordia Versicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit, ein Verein, der 1864 in Hoya gegründet wurde. Im Impressum stehen bei beiden Gesellschaften derselbe Vorstand und derselbe Aufsichtsratsvorsitzende. Die Krankenversicherungs-AG ist ordentliches Mitglied des PKV-Verbands. 2025 war ihr 36. Geschäftsjahr.
Ihre Vollversicherung richtet sich nach eigener Aussage an Selbstständige, Freiberufler und Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze. Eine zweite Zielgruppe sind Beamtenanwärter, Bundes- und Landesbeamte sowie Empfänger freier Heilfürsorge. Ende 2025 zählte die Gesellschaft 22.999 Vollversicherte, 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zusatzversichert waren 201.935 Menschen. Wer nur eine Auslandsreise-Krankenversicherung hat, ist darin nicht enthalten.
Die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen 2025 um 14,5 Prozent auf 136,6 Millionen Euro, davon stammten 65,4 Millionen Euro aus der Vollversicherung. Als Treiber nennt der Geschäftsbericht das Neugeschäft in der Beihilfe- und in der Zahnzusatzversicherung. Noch schneller stiegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle, nämlich um 19,2 Prozent.
Auslösende Faktoren zum 1. Januar 2026
Zum Jahresbeginn 2026 hat die Concordia Beiträge in der Krankenversicherung und in der Pflegepflichtversicherung angepasst. Im Geschäftsbericht bezeichnet sie diesen Schritt als notwendig. Mit weiterem Neugeschäft und der Anpassung rechnet sie für 2026 mit rund 20 Prozent mehr Beitragseinnahmen.
Nach Darstellung der Concordia prüft ein Treuhänder ihre Beiträge jedes Jahr. Liegen die tatsächlichen Leistungsausgaben mindestens fünf Prozent über oder unter der Kalkulation, sei eine Anpassung vorgeschrieben. Einen zweiten auslösenden Faktor liefert der Vergleich der eingerechneten Sterbewahrscheinlichkeiten mit der aktuellen PKV-Sterbetafel, ebenfalls mit einer Grenze von fünf Prozent. In einigen Tarifen sei die Schwelle seit der letzten Anpassung überschritten worden. Zuvor hätten die Beiträge in vielen Tarifen über Jahre stabil gehalten werden können.
Welche Abweichung sie für welchen Tarif und welche Altersgruppe ermittelt hat, listet ein Informationsblatt auf. Es trennt Unisex-Tarife aus Verträgen ab 2013 von Bisex-Tarifen aus älteren Verträgen. Im ambulanten Unisex-Tarif reichen die Werte für Erwachsene von plus 20,9 Prozent in AV1 bis plus 53,5 Prozent in AV4. Beim Beihilfetarif BV stehen für Erwachsene plus 30,8 Prozent in der Tabelle. In der Bisex-Fassung sind es plus 29,7 Prozent bei Männern und plus 26,4 Prozent bei Frauen. Die Pflegepflichtversicherung kommt auf plus 24,72 Prozent im Tarif PVN und plus 13,90 Prozent im Tarif PVB. Einige Ergänzungs- und Zusatztarife blieben dagegen unter der Kalkulation, der Krankenhaustarif SZB für Erwachsene etwa um 41,5 Prozent.
Wie die Anpassung im einzelnen Vertrag ausfällt, zeigen diese Prozentsätze nach Angabe der Concordia nicht. Auch die Lebenserwartung und die am Markt erzielbaren Zinsen spielen hinein. Um Erhöhungen zu begrenzen, hat die Gesellschaft nach eigener Aussage erhebliche Mittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung eingesetzt. Der Anhang des Geschäftsberichts beziffert die Entnahmen aus der erfolgsabhängigen Rückstellung für 2025 auf 4,4 Millionen Euro. 18,7 Prozent davon minderten Beitragsanpassungen, 81,3 Prozent wurden bar ausgeschüttet.
AV, SV, ZV: ein Tarifwerk mit wählbaren Stufen
Für die Vollversicherung hat die Concordia nach eigener Aussage ein einziges Tarifwerk und verzichtet auf Einsteigertarife. Die Grundlage bilden vier Tarife: AV für die ambulante Behandlung, SV für das Krankenhaus, ZV für den Zahnarzt und PVN für die Pflegepflichtversicherung. Innerhalb von AV, SV und ZV gibt es Stufen. AV1 kommt ohne Selbstbeteiligung aus. In AV2 sind es 600 Euro im Jahr, in AV3 1.080 Euro und in AV4 2.040 Euro, für Kinder und Jugendliche jeweils die Hälfte. SV1 sieht im Krankenhaus das Einbettzimmer vor, SV2 das Zweibettzimmer und SV3 das Mehrbettzimmer; die freie Wahl des behandelnden Arztes führt die Gesellschaft nur bei SV1 und SV2 auf. ZV1 erstattet Zahnbehandlung zu 100 und Zahnersatz zu 80 Prozent, ZV2 zu 80 und 60 Prozent.
Auf ihrer Seite zur Anpassung nennt die Concordia als Möglichkeit, den Leistungsumfang etwa im Krankenhaus oder beim Zahnarzt zu verringern. Manche Zusatztarife wie ZAHN PLUS lassen sich kündigen. Ein Wechsel innerhalb der Gesellschaft ist ohne Kündigung möglich; Angebote für eine solche Umversicherung erstellt und berechnet sie nach eigener Angabe selbst. Im Kontaktformular zur Beitragsanpassung wählen Sie, ob sich ein Mitarbeiter der Direktion meldet oder Ihr Ansprechpartner vor Ort.
Auf der Teilnehmerliste der Tarifwechsel-Leitlinien des PKV-Verbands steht die Concordia mit eigenem Eintrag (Stand Januar 2025). Eine Anfrage zum Tarifwechsel soll danach binnen 15 Arbeitstagen beantwortet sein, bei Verzögerung zumindest mit einer Zwischennachricht. Versicherte ab 55 erhalten bei einer Beitragserhöhung Hinweise auf Tarife, in denen sie weniger zahlen würden.
Eine höhere Selbstbeteiligung macht den Beitrag laut Concordia günstiger. Wer sie später wieder senken will, beantragt nach den Leitlinien eine Mehrleistung, für die eine Gesundheitsprüfung verlangt werden kann. Welche Folgen eine solche Prüfung haben kann, beschreibt der Eintrag zum Tarifwechsel.
Kürzel wie AV3, SV1 oder BV finden sich im Informationsblatt sowohl in der Unisex- als auch in der Bisex-Tabelle. Für ältere Bisex-Verträge weist die Concordia darauf hin, dass bei Vorsorgeuntersuchungen die vereinbarte Selbstbeteiligung fällig wird; mit dem Zusatztarif AZ Prävention entfalle das. Ein Schritt aus einem Unisex-Tarif zurück in einen Bisex-Tarif ist gesetzlich ausgeschlossen (§ 204 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 VVG). Im Standardtarif waren Ende 2025 laut Geschäftsbericht zwei Personen versichert, im Basistarif 44 und im Notlagentarif 136.
Für die Beitragsrückerstattung des Kalenderjahres 2026 hat die Concordia im Tarif AV bis zu zwei Monatsbeiträge festgelegt und im Tarif BV bis zu einen. Wer für 2025 im Tarif AV fünf Monatsbeiträge zurückbekam, erhält bei erneuter Leistungsfreiheit also zwei, im Tarif BV sinkt der Satz von 2,5 auf einen. Rechnungen aus Krankenhaus und Zahnarztpraxis sowie für Vorsorgeuntersuchungen und von der STIKO empfohlene Schutzimpfungen gefährden den Anspruch nach Angabe der Gesellschaft nicht. Medikamente, die der Zahnarzt verordnet, zählen allerdings als ambulante Leistung. Weil sich die Rückerstattung am Beitrag bemisst, kann sich die Anpassung laut Concordia auch auf ihre Höhe auswirken.
Beihilfetarif BV, Optionen und Öffnungsaktion
Beihilfeberechtigte versichert die Concordia im Tarif BV, der den Teil der Kosten übernimmt, den die Beihilfe offenlässt (Restkostenversicherung). Auch hierfür spricht die Gesellschaft von einem einzigen Tarifwerk. Mehrere Ergänzungen bauen darauf auf. BV PLUS zahlt bei privatärztlicher Behandlung im Krankenhaus und bei ambulanten Operationen auch Honorare über der Gebührenordnung und dazu ein Kurtagegeld. BVE übernimmt Restkosten unter anderem für zahntechnisches Material und Labor, für Brillen bis 150 Euro im Jahr und für Heilpraktiker. SZB zahlt Chefarzt- oder Spezialistenbehandlung und das Zweibettzimmer in den Ländern, deren Beihilfe es nicht erstattet. BVS ergänzt die Restkosten für das Einbettzimmer.
Anwärterinnen und Anwärtern bietet die Concordia mit dem Tarif BVZ ein Optionsrecht. Binnen zwei Monaten nach der Ernennung auf Probe können sie BV PLUS, BVE, SZB und das Krankenhaustagegeld KHT mit bis zu 50 Euro am Tag ohne erneute Gesundheitsprüfung abschließen. Noch früher setzt der Optionstarif BVO an, gedacht für Studierende, Auszubildende und Berufstätige, die eine Verbeamtung anstreben. Die Gesundheitsfragen beantworten sie beim Abschluss. Werden sie innerhalb der folgenden sieben Jahre auf Widerruf oder auf Probe ernannt, ist der Wechsel in die Beamtenversicherung ohne neue Prüfung möglich.
In der Liste der Unternehmen, die sich an den Öffnungsaktionen für Beamte beteiligen, fehlt die Concordia (Broschüre des PKV-Verbands, Stand Januar 2026). Nimmt der Versicherer, bei dem der Erstantrag gestellt wurde, nicht teil, kann der Antrag laut Broschüre bei einem teilnehmenden Versicherer gestellt werden. Voraussetzungen und Frist der Öffnungsaktion erklärt das Lexikon.
Was wir tun und was nicht
Wir rechnen durch, ob ein anderer Tarif bei der Concordia mit gleichartigem Schutz günstiger ist, und begleiten den Wechsel nach § 204 VVG. Das ist Versicherungsvermittlung und gehört zu unserer Arbeit als Makler.
Ob eine Beitragsanpassung formell wirksam ist, ist dagegen eine Rechtsfrage. Die dürfen und wollen wir nicht beurteilen. Dafür sind Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälte und die Verbraucherzentralen zuständig.
Für den Tarifwechsel vereinbaren wir mit Ihnen einen Maklerauftrag. Sie erhalten vorher unsere Erstinformation, und wir dokumentieren die Beratung (§ 61 VVG). Die allgemeinen Schritte nach einem Erhöhungsschreiben stehen auf unserer Seite zur Beitragserhöhung.
Diese Seite ist keine Veröffentlichung der Gesellschaft. Als Makler arbeiten wir mit vielen Gesellschaften zusammen und werden bei einem Vertragsschluss von der jeweiligen Gesellschaft vergütet. Jede Angabe ist mit Quelle belegt.