Zum Inhalt springen

Wer bereits versicherungsfrei ist und bis zum 31. Dezember 2026 in die PKV wechselt, bleibt 2027 von der Sonderanhebung um 3.600 € verschont. Für einen Beginn am 1. Dezember muss die Kündigung bis 30. September bei der Kasse sein.

Zur Meldung

PKV im Alter

Was kostet die PKV, wenn ich Rentner bin?

Die häufigste Sorge vor dem Wechsel. Die ehrliche Antwort: Der Beitrag steigt, weil Medizin teurer wird. Gleichzeitig arbeiten vier Mechanismen dagegen, die kaum jemand kennt. Hier stehen sie, mit Paragraf und Rechenweg.

Vier Mechanismen

Was den Beitrag im Alter dämpft

Alterungsrückstellungen

Sie sparen von Anfang an für später

In jungen Jahren zahlen Sie mehr, als Ihre Behandlungen kosten. Die Differenz legt die Gesellschaft verzinst zurück und entnimmt sie später, wenn die Kosten steigen. Genau dieses Kapital fehlt der gesetzlichen Kasse, die jeden Beitrag sofort wieder ausgibt.

§ 149 VAG

Der gesetzliche Zuschlag von zehn Prozent

Vom Jahr nach Ihrem 21. Geburtstag bis zum Ablauf des Jahres, in dem Sie 60 werden, zahlen Sie zehn Prozent Zuschlag auf die Bruttoprämie. Der Betrag fließt in Ihre Alterungsrückstellung. Ab 65 finanziert er Beitragserhöhungen, ab 80 muss er den Beitrag senken. Danach zahlen Sie ihn nicht mehr.

Ruhestand

Bausteine, die Sie im Ruhestand nicht mehr brauchen

Krankentagegeld sichert Ihr Arbeitseinkommen ab. Fällt das Einkommen weg, fällt auch dieser Baustein weg, und mit ihm sein Beitrag. Bei Beamten ändert sich zusätzlich der Beihilfesatz, in vielen Ländern zugunsten des Ruheständlers.

§ 106 SGB VI

Die Rentenversicherung zahlt mit

Zur privaten Krankenversicherung bekommen Sie einen Zuschuss aus Ihrer Rente: den halben allgemeinen Beitragssatz zuzüglich des halben durchschnittlichen Zusatzbeitrags auf Ihre Rente, 2026 also 8,75 %, höchstens aber die Hälfte dessen, was Sie tatsächlich für die Krankenversicherung zahlen. Für die Pflegeversicherung gibt es keinen Zuschuss.

Zahlen statt Bauchgefühl

Was Privatversicherte tatsächlich zahlen

559 €
Durchschnittsbeitrag je Monat, Erwachsene ohne Beihilfeanspruch, über alle Altersgruppen

PKV-Verband, Versicherungsjahr 2024

2,3 %
der Privatversicherten zahlten mehr als den damaligen Höchstbeitrag der gesetzlichen Kasse (844 € im Monat)

PKV-Verband, Versicherungsjahr 2024

355,4 Mrd. €
Alterungsrückstellungen der Branche, angespart für die Beiträge der heutigen Versicherten im Alter

PKV-Verband, Branchenzahlen 2025

Diese Zahlen stammen vom Verband der Privaten Krankenversicherung, also von der Branche selbst. Wir halten sie für belastbar, weil sie auf dem Bestand aller Mitgliedsunternehmen beruhen, und nennen sie trotzdem mit Absender. Ein Durchschnitt sagt außerdem nichts über Ihren Tarif: Es gibt Gesellschaften, deren Beiträge deutlich stärker gestiegen sind als der Markt. Genau darauf schauen wir vor einem Abschluss.

Beispielrechnung 2026

Ein Rentner mit 3.000 € Rente

Links der gesetzlich versicherte Rentner, rechts derselbe Mensch privat versichert. Die gesetzliche Seite folgt dem Gesetz, die private Seite einer klar benannten Annahme.

Gesetzlich versichert

Krankenversicherung der Rentner, § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V

Krankenversicherung, Ihr Anteil (8,75 %)
262,50 €
Pflegeversicherung (3,6 %, tragen Sie allein)
108,00 €
Ihr Anteil im Monat
370,50 €

Die andere Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags trägt die Rentenversicherung und überweist sie direkt an Ihre Kasse (§ 249a SGB V). Auf Ihrem Rentenbescheid taucht sie nicht als Ihr Geld auf. Eine Betriebsrente kommt oben drauf: Auf sie zahlen Sie den vollen Beitragssatz, abzüglich eines Freibetrags von 197,75 € im Monat. Diesen Freibetrag gibt es nur in der Krankenversicherung, in der Pflegeversicherung zählt die Betriebsrente in voller Höhe.

Privat versichert

Angenommener Beitrag heute: 700 € im Monat

Krankheitskosten (bleibt)
500,00 €
Pflegepflichtversicherung (bleibt)
95,00 €
Krankentagegeld entfällt im Ruhestand
− 55,00 €
Gesetzlicher Zuschlag entfällt (§ 149 VAG)
− 50,00 €
Zuschuss der Rentenversicherung (§ 106 SGB VI) gedeckelt auf die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags
− 250,00 €
Ihr Anteil im Monat
345,00 €

Angenommen ist ein heutiger Beitrag von 700 €, der bis zum Ruhestand unverändert bleibt. Das zeigt die Mechanik, nicht die Beitragsentwicklung: Bis dahin steigt der Beitrag, und der Zuschuss steigt mit. Betriebsrente, Mieteinnahmen und Kapitalerträge erhöhen den privaten Beitrag nicht.

Rechengrößen 2026: allgemeiner Beitragssatz 14,6 %, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %, Pflegeversicherung 3,6 % ohne Zuschlag für Kinderlose. Vereinfachte Darstellung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Prognosen sind keine Garantie. Ihre persönliche Rechnung hängt von Tarif, Alter und Gesellschaft ab.

Wenn es zu viel wird

Vier Stellschrauben, bevor Sie kündigen

Ein Anbieterwechsel im Alter kostet fast immer den größten Teil der Alterungsrückstellungen. Diese vier Wege gehen wir vorher durch.

  • § 204 VVG

    Tarifwechsel in der eigenen Gesellschaft

    Sie dürfen jederzeit in einen anderen Tarif Ihrer Gesellschaft wechseln und nehmen Ihre Alterungsrückstellungen vollständig mit. Für gleichwertige Leistungen ohne neue Gesundheitsprüfung. Das ist fast immer der erste und wirksamste Schritt.

    Wie ein Tarifwechsel abläuft
  • Selbstbehalt

    Selbstbehalt und Bausteine anpassen

    Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag sofort. Das lohnt sich, solange Sie die Summe im Ernstfall aus eigener Tasche tragen können. Wir rechnen vorher aus, ab welcher Rechnungshöhe sich das dreht.

    Selbstbehalt-Rechner
  • Beitragsentlastung

    Beitragsentlastungstarif

    Ein zusätzlicher Baustein, der ab einem festgelegten Alter jeden Monat einen festen Betrag vom Beitrag abzieht. Als Angestellter beteiligt sich Ihr Arbeitgeber daran. Ob sich das für Sie rechnet, hängt vom Alter beim Abschluss und von der Verzinsung ab.

    Beitragsentlastungstarife im Detail
  • § 152 VAG

    Basistarif als Sicherheitsnetz

    Jede Gesellschaft muss ihn anbieten. Die Leistungen entsprechen dem Niveau der gesetzlichen Kasse, der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kasse gedeckelt, 2026 also auf 1.017,19 € im Monat zuzüglich Pflegeversicherung. Bei Hilfebedürftigkeit halbiert er sich. Als Dauerlösung selten sinnvoll, als Notausgang wichtig zu kennen.

FAQ

Fragen zur PKV im Alter

Sie haben eine Frage, die hier fehlt? Schreiben Sie uns, wir sind täglich von 8 bis 22 Uhr erreichbar.

Wird die PKV im Alter automatisch teuer?

Der Beitrag steigt, weil die Medizin teurer wird. Dagegen arbeiten aber drei Dinge gleichzeitig: die angesparten Alterungsrückstellungen, der gesetzliche Zuschlag nach § 149 VAG und der Wegfall von Bausteinen wie dem Krankentagegeld. Dazu kommt der Zuschuss der Rentenversicherung. Entscheidend ist, welche Gesellschaft Sie gewählt haben und ob der Tarif regelmäßig überprüft wird.

Steigen die Beiträge der gesetzlichen Kasse im Alter nicht auch?

Ja, nur merkt man es anders. In der gesetzlichen Kasse zahlen Sie einen Prozentsatz Ihrer Rente. Steigt der Beitragssatz oder der Zusatzbeitrag, steigt Ihr Beitrag mit, ohne dass Sie ein Schreiben bekommen. In der privaten Krankenversicherung sehen Sie jede Anpassung schwarz auf weiß.

Zahle ich als Privatversicherter im Alter Beiträge auf meine Betriebsrente?

Nein. Auf Betriebsrenten, Mieteinnahmen und Kapitalerträge zahlen Sie in der privaten Krankenversicherung keine Beiträge, weil sich Ihr Beitrag nicht nach dem Einkommen richtet. In der gesetzlichen Kasse ist die Betriebsrente beitragspflichtig, oberhalb eines Freibetrags sogar mit dem vollen Beitragssatz.

Bekomme ich den Zuschuss der Rentenversicherung automatisch?

Nein, er muss beantragt werden. Im Rentenantrag ist die Frage bereits enthalten, Sie müssen sie nur ankreuzen und eine Bescheinigung Ihrer privaten Krankenversicherung über Versicherungsschutz und Beitragshöhe beilegen. Achten Sie auf die Frist: Wer den Antrag bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Erfüllung der Voraussetzungen stellt, bekommt den Zuschuss ab dem ersten Monat. Wer später kommt, bekommt ihn erst ab dem Monat der Antragstellung. Das Geld für die Monate davor ist verloren.

Was ist der Unterschied zwischen Standardtarif und Basistarif?

Den Standardtarif gibt es nur für Verträge, die vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurden, und erst nach zehn Jahren in der privaten Versicherung ab einem bestimmten Alter. Sein Beitrag ist auf den allgemeinen Beitragssatz mal Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt, 2026 also auf 848,63 € im Monat. Der Basistarif nach § 152 VAG steht allen offen, deren Vertrag ab 2009 geschlossen wurde, und außerdem allen ab 55 oder mit Rentenbezug. Sein Deckel liegt höher, weil der durchschnittliche Zusatzbeitrag mitzählt: 1.017,19 € im Monat. Bei beiden kommt die Pflegepflichtversicherung dazu.

Kann ich als Rentner zurück in die gesetzliche Kasse?

Nur unter engen Voraussetzungen. Für die Krankenversicherung der Rentner müssen Sie in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens zu neun Zehnteln gesetzlich versichert gewesen sein. Wer die Jahre davor privat versichert war, erfüllt das meist nicht und landet in der freiwilligen Versicherung, in der alle Einkünfte zählen. Wir haben die Wege auf einer eigenen Seite zusammengestellt.

Rechnen wir Ihre Perspektive durch

Wir zeigen Ihnen, was Ihr Tarif im Ruhestand voraussichtlich kostet, welche Bausteine wegfallen und was der Zuschuss der Rentenversicherung beiträgt. Kostenlos und unverbindlich.

Termin mit einem Berater