Beitragsanpassung 2026
Für Anfang 2026 hat die Versicherungskammer, zu der die UKV gehört, gegenüber procontra Beitragserhöhungen von in der Spitze mehr als 30 Prozent bestätigt. Wegen der Anpassung der Pflegepflichtversicherung seien grundsätzlich alle Vollversicherten betroffen. Einen Durchschnittswert nannte sie nicht, eine eigene Mitteilung der UKV haben wir nicht gefunden.
Quelle: procontra, 24.10.2025: Versicherungskammer Bayern muss PKV-Beiträge teils kräftig erhöhen
Maßgeblich für Sie ist allein Ihr eigenes Schreiben. Durchschnittswerte sagen wenig über den einzelnen Tarif.
Die UKV im Konzern Versicherungskammer
Die Union Krankenversicherung AG mit Sitz in Saarbrücken gehört zum Konzern Versicherungskammer, der nach eigener Darstellung elf Versicherungsunternehmen umfasst. Ihre Schwestergesellschaft ist die Bayerische Beamtenkrankenkasse. Angestellten und Selbstständigen bietet die UKV den Tarif GesundheitVARIO an, ergänzbar etwa um VARIO KlinikPlus. Für Beamtinnen und Beamte gibt es BeihilfeCOMFORT.
Eine Zahl der Vollversicherten nur für die UKV haben wir nicht gefunden. Das Fachmagazin procontra nannte im Oktober 2025 rund 360.000 Vollversicherte der Versicherungskammer Bayern, zu der UKV und BBKK gehören.
Was zur Erhöhung Anfang 2026 bekannt ist
Eine eigene Mitteilung der UKV zur Anpassung haben wir nicht gefunden. Bekannt ist, was procontra am 24. Oktober 2025 veröffentlichte: Ein Sprecher der Versicherungskammer bestätigte dort für Anfang 2026 Erhöhungen von in der Spitze mehr als 30 Prozent. Wie hoch sie im Schnitt je Tarif ausfallen, konnte die Versicherungskammer damals nicht sagen. Weil zugleich die Pflegepflichtversicherung angepasst wurde, seien grundsätzlich alle Vollversicherten betroffen.
Zu dem Bericht teilte die Versicherungskammer mit, die Beiträge der Erwachsenen seien dort zuletzt zum 1. Januar 2023 angepasst worden, seitdem seien die Leistungsausgaben in der Branche und im eigenen Haus deutlich stärker gestiegen.
Für die Unisex-Vollversicherung verwenden UKV und BBKK gemeinsame Bedingungen (AVB/VV, Stand April 2023). Die Tarife dazu kalkulieren beide Gesellschaften zusammen, eine Beitragsanpassung erfolgt bei beiden einheitlich. Der neue Beitrag gilt laut § 8 Abs. 5 AVB/VV ab Beginn des zweiten Monats, der auf Ihre Benachrichtigung folgt.
Alte und neue Tarife bei der UKV
In der Tarifübersicht der UKV sind viele Tarife als nicht mehr für den Verkauf vorgesehen oder als geschlossen gekennzeichnet, etwa GesundheitPRIVAT, GesundheitCOMFORT, CompactPRIVAT Optimal und die V-Tarife. Für GesundheitCOMFORT stellt die UKV Tarifbedingungen in einer Bisex- und einer Unisex-Fassung bereit. Klären Sie bei einem älteren Vertrag zuerst, welche Fassung und welche Bedingungen für Sie gelten. Aus einem Unisex-Tarif zurück in einen Bisex-Tarif zu wechseln, ist nach § 204 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 VVG ausgeschlossen. Die gemeinsamen Bedingungen schließen in § 2 Abs. 1 außerdem einen Anspruch auf den Wechsel in den Notlagentarif aus. Vor einem Wechsel aus Bisex nach Unisex klärt der Versicherer nach Nr. 2 der Tarifwechsel-Leitlinien darüber auf, dass es danach keinen Weg zurück gibt.
Ihr Anspruch aus § 204 VVG gilt für Tarife Ihres eigenen Versicherers. Dass die BBKK GesundheitVARIO ebenfalls anbietet, ändert daran nichts. Vertragspartner und alleiniger Versicherer ist laut Einleitung der gemeinsamen Bedingungen nur das Unternehmen, mit dem Sie den Vertrag geschlossen haben.
Für Beihilfeberechtigte führt die Tarifseite neben BeihilfeCOMFORT die B-Tarife BA, BP und BW. Deren Stufen 20/65 lassen sich nur zusammen mit der 30er-Stufe versichern und entfallen mit dem Ruhestand. Ändert sich der Bemessungssatz Ihrer Beihilfe oder fällt sie weg, können Sie nach § 199 Abs. 2 VVG verlangen, dass der Versicherer den Schutz im Rahmen der bestehenden Tarife passend anpasst. § 2 Abs. 4 der gemeinsamen Bedingungen regelt das ebenso. Beantragen Sie das binnen sechs Monaten nach der Änderung, gibt es keine neue Risikoprüfung.
Die Sonderbedingung BEA 65, ein Entlastungsbaustein, senkt den Beitrag des Grundtarifs ab dem Monat nach dem 65. Geburtstag um einen vereinbarten Betrag. Bei einer Beitragsanpassung im Grundtarif kann die Ermäßigung laut UKV unter bestimmten Voraussetzungen schon ab 55 beginnen.
Eine erwartete Beitragsrückerstattung setzt nach § 8 Abs. 4 der gemeinsamen Bedingungen unter anderem voraus, dass der Tarif am 30. Juni des Folgejahres noch besteht. Diese Voraussetzung fällt weg, wenn Sie im Folgejahr durch einen Wechsel in einen anderen Vollversicherungstarif des Versicherers aus dem Tarif ausgeschieden sind.
Kontakt und Fristen beim Wechsel
Eine Seite, ein Formular oder einen Rechner zum Tarifwechsel haben wir auf ukv.de nicht gefunden. Für die private Krankenversicherung nennt die UKV die Nummer +49 681 844-7000 (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr) und die Adresse [email protected], bei E-Mails mit Angabe der Versicherungsnummer.
Die UKV steht mit eigenem Eintrag auf der Teilnehmerliste der Tarifwechsel-Leitlinien (Stand Januar 2025). Wechselanfragen sollen danach binnen 15 Arbeitstagen beantwortet sein (Nr. 1). Wechsel in Tarife mit gleichem oder niedrigerem Leistungsniveau laufen ohne Risikozuschlag. Einen erhöhten Selbstbehalt später wieder zu senken, gilt dagegen als Mehrleistung mit möglicher Gesundheitsprüfung (Nr. 4). Versicherte ab 55 erhalten bei einer Erhöhung Hinweise auf Tarife, in denen sie weniger zahlen würden (Nr. 6). Vorgeschrieben ist dieser Hinweis nach § 6 Abs. 2 VVG-InfoV ab 60, mit höchstens zehn Tarifen und dem Beitrag, der dort jeweils zu zahlen wäre. Was ein höherer Selbstbehalt bringt, zeigt der Selbstbehalt-Rechner.
Was wir tun und was nicht
Wir rechnen durch, ob ein anderer Tarif bei der UKV mit gleichartigem Schutz günstiger ist, und begleiten den Wechsel nach § 204 VVG. Das ist Versicherungsvermittlung und gehört zu unserer Arbeit als Makler.
Ob eine Beitragsanpassung formell wirksam ist, ist dagegen eine Rechtsfrage. Die dürfen und wollen wir nicht beurteilen. Dafür sind Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälte und die Verbraucherzentralen zuständig.
Für den Tarifwechsel vereinbaren wir mit Ihnen einen Maklerauftrag. Sie erhalten vorher unsere Erstinformation, und wir dokumentieren die Beratung (§ 61 VVG). Die allgemeinen Schritte nach einem Erhöhungsschreiben stehen auf unserer Seite zur Beitragserhöhung.
Diese Seite ist keine Veröffentlichung der Gesellschaft. Als Makler arbeiten wir mit vielen Gesellschaften zusammen und werden bei einem Vertragsschluss von der jeweiligen Gesellschaft vergütet. Jede Angabe ist mit Quelle belegt.